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Samstag, 28. Juli 2018

Das „F*ck you!“ der taz an Frauen.

Anlass: Berichterstattung und Kommentar in der taz zur Trennung von Terre des Femmes Deutschland und Terre des Femmes Schweiz (1).

Bei Themen wie Flüchtlingen, vielen sozialen Themen und der AfD ist die taz gut und eine notwendige Stimme in der Presselandschaft.

Bei Frauen allerdings nicht.

Zu Feminismus und besonders bei kontroversen Themen wie Prostitution oder Verschleierung sehen wir fast ausschließlich eine einseitige, uninformierte und diffamierende Berichterstattung, auch wenn es ein paar Ausnahmen gibt.

Freitag, 2. Mai 2014

Interview mit einer Domina

Ellen Templin, † 20.12.2010
"Die Legalisierung war eine einzige Verarschung."
Sendung am 08.03.2010:
Frauentag, Liebe, Leid und Lebensfreude

Ellen Templin führt ein Domina-Studio in Berlin – und engagiert sich gegen die Missstände im käuflichen Erotik-Bereich. “Was hat das mit mir zu tun?” mag man sich fragen – doch wer ihr zuhört, merkt: “es hat mehr mit mir zu tun, als ich dachte!”  Ellen analysiert die Entwicklungspsychologie von Frauen, die im Erotikbereich arbeiten, wie auch die von Freiern; anhand Erotikannoncen weist sie wissenschaftlich nach, dass mit der Legalisierung der Prostitution massive Verschlechterungen von deren Lebensbedingungen einhergehen.

Hedwig von Knorre (HvK): Herzlich willkommen bei Liebe, Leid und Lebensfreude. Am Mikro ist Hedwig und sie sind beim freien Radio Wüste Welle Tübingen, zum empfangen auf UKW 96,6 MHz und im Internetlivestream unter www.wueste-welle.de.

Der Eingangssong ist Dirty Diana von Michael Jackson. Das hat sich meine heutige Interviewpartnerin gewünscht, eine ganz besondere Frau, Ellen Templin, mit der ich ein Telefoninterview machen werde nach Berlin. Diese Frau habe ich kennengelernt Ende Januar bei einem Terre des Femmes AG-Treffen. Das AG Treffen Migration und Frauenhandel beschäftigt sich unter anderem mit Zwangsprostitution und das ist ja nicht nur Zwangsprostitution, sondern Prostitution allgemein. In diesem Rahmen kam Frau Templin und hat uns allen, die wir uns oft mit Frauenrechten und allem möglichen beschäftigen, uns allen, unglaublich viel beigebracht. Wir haben sehr viel gelernt und es ging uns tief unter die Haut, und das ist das Thema unserer heutigen Sendung: der käufliche Erotikbereich. Liebe Leid und Lebensfreude. Lebensfreude ist unglaublich wichtig, ohne kann man das Leben nicht ertragen, aber Leid macht uns viel daran kaputt und Liebe ist häufig der Weg zurück zur Lebensfreude. Bei Ellen Templin ist das der Fall und ich werde sie gleich anrufen, aber während ich wähle lasse ich die Musik mal noch ein bisschen weiterlaufen und wir klinken uns dann gleich gemeinsam wieder ein

[Musik]

HvK: Da hören wir dich schon husten Ellen. Hörst du mich?

ET: Ja, ich hör dich.

HvK: Wunderbar. Hast du den Song noch gehört? Dirty Diana, den du dir gewünscht hast?

ET: Ja. Den hab ich mir gewünscht. Ja.

HvK: Das freut mich sehr. Ellen ich hab dich kurz angekündigt als eine Frau von der ich kürzlich, Ende Januar, unglaublich viel gelernt habe und mit mir zusammen mehrere Frauen von Terre des Femmes von der AG Migration und Frauenhandel und hab gesagt es ist wichtig, dass viele Menschen erfahren was wir da gelernt haben und du bist wirklich Spitze darin uns das beizubringen und ich danke dir für dieses Interview jetzt, obwohl du erkältet bist.

ET: Ja, danke für so viele Komplimente. Ich bin das kaum gewöhnt, dass mir jemand in diese Richtung was sagt. Eigentlich höre ich immer, dass ich sie abnerve, die Menschen, dass das alles schon mal gesagt worden ist, dass das alles nichts bringt und dass die Frauen in der Prostitution gerne sind und auch kein Problem haben, dass Präservative nicht wichtig sind, sie haben kein Problem damit Sperma zu schlucken und so weiter und so fort.

HvK: Gut, da sind wir gleich heftig eingestiegen, direkt mittendrin. Und du sagst das stimmt nicht.

ET: Nein, das stimmt nicht. Ganz massiv hat es sich in der Prostitution zum Schlechten gewendet seit der Legalisierung, sprich seit dem 1.1.2002. Das hat ganz viele schlechte Sachen gebracht. Als erstens, ich kann jetzt zumindest nur für Berlin sprechen, ist die Kondompflicht, alles was mit Anzeigen zu tun hat, also das die ganzen Zeitungen, Stadtmagazine, die Berliner Tageszeitungen, die werben seit der Legalisierung ganz aggressiv, täglich für kondomfreien Sex. Das sieht folgendermaßen aus: Ich schlucke gern, Gesichtsbesamung, Dreilochfickpaket…

HvK: Moment, Moment, Dreiloch… Was bedeutet das?

ET: Dreilochfickpaket das heißt die Frau ist anal, vaginal und oral zu nehmen. Und das jeweils ohne Präservativ.
HvK (räuspert sich): Ja also mir geht das total nah, wenn ich das so höre und damit will ich auch ehrlich sein. Und ich glaube das geht ganz vielen so, die normalerweise nichts damit zu tun haben, wenn wir uns das näher kommen lassen. Also wenn das unseren Gedanken nahe kommen darf. Das ist für uns schlimm, und du sagst eigentlich ist das für die Frauen, die das praktizieren auch schlimm.