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Donnerstag, 20. August 2015

NGOs: Beste PR und Meinungsmacher, die Geld (der Sex-Industrie) kaufen kann

Bild zur Verfügung gestellt von
Protest Resources
Der Originaltext "NGOs: the best PR and Spin Doctors that (sex-industry) money can buy" von savy boxer erschien am 6. Oktober 2014 auf dem Blog Thinking Outside The Boxer. Wir veröffentlichen hier eine deutsche Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Hinweis: Alle Menschen, die sich wirklich Gedanken um das Thema Prostitution machen, setzen sich für die Entkriminalisierung der prostituierten (Frauen und Kinder) ein. Die Position, für die dieser Text steht, ist die Kriminalisierung des Kaufes und Handels von und mit Frauen und Kindern als Ware in der „Sex-Industrie“ zur Befriedigung von Männern.

Ich weigere mich, die Verwendung des Begriffes „Sexarbeit“ ohne Anführungszeichen zu verwenden. Worte sind bedeutsam und der Begriff „Sexarbeit“ verschleiert, dass 95% der prostituierten[1] Frauen und Kinder sind. Darüber hinaus impliziert der Begriff, dass Prostitution eine akzeptable Berufswahl für Menschen ist und eine akzeptable Art, den Lebensunterhalt zu bestreiten so wie Hausarbeit oder jede andere körperliche Arbeit auch.

„Die prostituierten [Frauen, Menschen]“ ist ein Begriff, der die Realität der Zustände und Auswirkungen der Industrie tatsächlich widerspiegelt. Viele Überlebende empfinden ihn als den am geeignetsten Begriff. Er wird auch von der Künstlerin Suzzan Blac benutzt, die selbst den Sklavenhandel der Prostitution und Pornographie überlebte.
2012_mind
“Mind fuckers” 2012 von
Suzzan Blac

Der Krieg gegen Frauen: Wenn NGOs die Fackeln von Konzernen weitertragen



Als ich diesen Post über Amnesty Internationals Haltung, Zuhälterei und das Kaufen von Frauenkörpern zu befürworten, schrieb, wurde mir klar, dass viele internationale Organisationen darauf drängen, alle Bereiche von Prostitution – das Verkaufen, Kaufen und Handeln von und mit Frauen und Kindern – zu entkriminalisieren.

Unter dem Vorwand, die Rechte von „SexarbeiterInnen“ zu schützen, bringen sich UNAIDS, UN Women, Human Rights Watch (HRW), die Weltgesundheitsorganisation (WHO), ACLU (American Civil Liberties Union) mit ihrem ganzen Einfluss und politischer Macht für das Thema ein, trotz der beträchtlichen Belege, dass legal nicht sicher bedeutet.

Ich konnte nicht über diese verlogenen Argumente für die Rechte von „SexarbeiterInnen“ hinwegsehen. Alle Recherchen und Fakten zeigen, dass die eigentliche politische Linie, für die sie eintreten, die Lage der prostituierten verschlimmern wird. Ich fragte mich, für wen sich diese Organisationen wirklich einsetzen und für wen sie arbeiten.

Donnerstag, 30. Juli 2015

AIDS-Geld, Lobbyarbeit und Hurenprojekte

By OpenClips (original picture),
modification: Mielon [CC0],
via Wikimedia Commons
Seit den 1970er Jahren baute die Sexindustrie systematisch weltweit Lobbygruppen auf, um ihre Agenda - Prostitution als "Beruf wie jeder andere" (= "Sexarbeit") zu etablieren - zu verfolgen. Bis zu den 1980er Jahren waren diese Bemühungen jedoch nur beschränkt erfolgreich. Erst dann wurde die "Sexarbeits"-Bewegung zu einer machtvollen, internationalen Kraft.

Um die Hintergründe dazu soll es in diesem Beitrag gehen.

COYOTE

Die amerikanische Initiative namens COYOTE (Call of Your Old Tired Ethics) wurde 1973 gegründet. Sie bestand aus Liberalen, Beatniks und prostituierten Frauen. Geleitet wurde sie jedoch von bekannten Zuhältern. Prostitution wurde als Ausdruck sexueller Freiheit verkauft.

COYOTE organisierte so genannte "Hooker`s Balls" (Hurenbälle), bei denen prostituierte Frauen medienwirksam und unter Teilnahme zahlreicher Prominenter versteigert wurden. Der Höhepunkt war der Hurenball 1978, an dem 20.000 Menschen teilnahmen. In der Folge unterstützen auch JuristInnen, JournalistInnen und SozialarbeiterInnen die neue Bewegung.

Sponsoren von COYOTE waren unter anderem die kalifornische Methodistenkirche (Glide Memorial Church) und die PlayboyFoundation. Von den 30.000 MitgliederInnen, die die Organisation nach acht Jahren zählte, waren nur ca. 3% prostituierte Frauen. Trotzdem wurde die Initiative zunächst als "nationale Organisation für Prostituierte", dann als "Gewerkschaft für Huren" und schließlich schlicht als "Hurengewerkschaft" bezeichnet. Der Begriff "Sexarbeit" wurde maßgeblich von dieser Organisation geprägt, weshalb Prostitutionsüberlebende die Begriffe "Sexarbeit" und "SexarbeiterIn" als "Zuhältersprache" konsequent ablehnen.

Eine der Sprecherinnen, Priscilla Alexander, war der Meinung, dass ihre vier Jahre am Bennington College sie für die Benutzung der Bezeichnung "Sexarbeiterin" qualifizierten. Bei ihrer Tätigkeit im Büro des kalifornischen Senators Milton Marks konnte sie COYOTEs Netzwerke vorantreiben und zum Beispiel erreichen, dass das Mitführen von mehr als drei Kondomen nicht mehr als Beweis für eine Prostitutionstätigkeit verwendet werden durfte.


Samstag, 26. April 2014

AIDS-Hilfe verharmlost Sextourismus

Am Dienstag erschien ein Artikel auf dem Blog der Deutschen AIDS-Hilfe, der in vielerlei Hinsicht hochproblematisch ist.

Erzählt wird die Geschichte von Robert Beckmann, einem ehrenamtlichen Aktivisten der AIDS-Hilfe, der u.a. das Positiven-Café betreut und Präventionsarbeit macht.

Robert fährt zweimal jährlich nach Thailand um dort Urlaub zu machen und dort Sex zu kaufen., weil bezahlter Sex billiger sei als Beziehungen. Prostitution ist für ihn offensichtlich attraktiver (oder bequemer) als One-Night-Stands, die auf gegenseitigem Begehren beruhen.

In dem ganzen Artikel ist die Lebenssituation der Prostituierten in Thailand nur ein Randthema. Weder die Tatsache, dass Thailand ein beliebtes Reiseziel für Pädokriminelle ist, noch, dass existentielle Armut fast immer der Grund ist sich zu prostituieren - für Frauen und Männer (bzw. Mädchen und Jungs) gleichermaßen.

In Thailand gibt es eine alarmierende Zahl von mehr als 800.000 Kinderprostituierten (darunter etwa 200.000 klassische zwangsprostituierte plus diejenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen werden). Der Fotograf Ohm Phanphiroj hat eine schockierende Foto- und Filmdokumentation unter dem Titel Underage mit Betroffenen Jungen erstellt, deren Betrachtung zutiefst erschüttert:

Es gibt auch eine Bildergalerie

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