Wir, das Bündnis Abolition 2014, hatten Sie bereits im Juni
angeschrieben und Ihnen Informationen und Materialien zu Prostitution in
Deutschland, der anstehenden Revision des Prostitutionsgesetzes und dem
Einfluss der Lobbyverbände zugesandt.
Die Gespräche zwischen den Koalitionspartnern und
Ministerien zur Neuregelung des Prostitutionsgesetzes gehen jetzt offenbar in
die Abschlussphase, ohne dass ein ernsthaftes Bemühen erkennbar wäre,
Prostitution und Menschenhandel in Deutschland grundsätzlich zu
bekämpfen.
Daher wenden wir uns heute nochmals an Sie. Denn Sie sind es
ja, die als Gleichstellungsbeauftragte vor Ort mit Bordellbetrieben und
Zuhälterei, Diskussionen um Sperrzonen, mangelhaften Ressourcen zur Betreuung
und gesundheitlichen Versorgung, Ausstiegsberatung und alternativen beruflichen
Möglichkeiten für Frauen in der Prostitution befasst sind. Sie haben die
Kompetenz, bei den Abgeordneten Ihres Kreises und den an den Gesprächen
beteiligten Koalitionspartnern und MinisterInnen zu intervenieren, sie zu
informieren und nachdrücklich eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem
Thema zu fordern. Dies auch und besonders mit Blick auf Erfahrungen im Ausland.

