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Mittwoch, 25. Juni 2014

Die verkauften Kinder von Asien

Pattaya bei Nacht
"Bangkok, die "Stadt der Engel" hat ihre Seele verkauft. Und die Körper ihrer Kinder." Das schreibt der Autor Franck Pavloff 2000 über Kinderprostitution in Thailand in seinem Buch "Kinderprostitution - verkaufte Kinder in Asien". Etwa 10.000 Deutsche fliegen jedes Jahr als Sextouristen nach Thailand. Rund 200.000 Kinder prostituieren sich dort, in Brasilien, dem Land der FIFA WM sind es 400.000. 85 Prozent der Nachfrage nach Kinderpornografie kommt aus Westeuropa und den USA, ein weiterer großer Anteil aus Japan. Franck Pavloff hat die Geschichten der Kinder Lao und Wee in seinem Buch aufgeschrieben, er begleitet sie in durch ihre alltäglichen Höllen aus Armut, Missbrauch und Schutzlosigkeit. Wir erleben die Freier, die sich fühlen wie die Könige der Welt, wenn sie die kleinen Körper missbrauchen, die ihnen ausgeliefert sind, schutzlos, die die Macht über das kleine bisschen Mensch da unter ihnen in allen Formen genießen. Es ist schwer zu etragen, diese Geschichten überhaupt zu lesen. Der Autor macht sich keine Illusionen:

"Die Entwicklung der "Dritten Welt" ist keine Frage der Moral. Zuerst einmal geht es ums Überleben. Die ausgehungerten Leiber können sich immer an diejenigen verkaufen, die Geld haben." Also die aus der 1. Welt, die in die 3. reisen, um sie auf jede erdenkliche Weise auszubeuten.

Für Touristen ist Thailand das Paradies, die Kinderprostituierten ist es die Hölle. Die Mädchen werden oft von den eigenen Familien an angebliche Onkel oder Anwerber verkauft. Diese lassen sich Schuldscheine unterschreiben. Wenn das Mädchen wegläuft, wird die Familie haftbar gemacht. Sie werden ausgehungert, geschlagen, mit brennenden Zigaretten gequält und so lange vergewaltigt, bis sie freiwillig bereit sind, den farangs zu Willen zu sein. Offiziell ist Prostiution in Thailand verboten, doch die Obrigkeit und die korrupte Polizei ist gut geschmiert. Wenn überhaupt, werden die Kinderprostituierten verhaftet und bestraft. Die westlichen Freier haben nichts zu befürchten. Viele der Kinder, von vier Jahren aufwärts, erinnern sich gar nicht mehr an ihre Eltern, sie wissen gar nicht, ob sie je ein zu Hause hatten. Viele der Jungen auf Thailands Straßen sind von selbst weggelaufen, sie schnüffeln Klebstoff, um zu vergessen, die Schmerzen, die Erinnerungen. Viele von ihnen sind mit HIV-infiziert.

Samstag, 26. April 2014

AIDS-Hilfe verharmlost Sextourismus

Am Dienstag erschien ein Artikel auf dem Blog der Deutschen AIDS-Hilfe, der in vielerlei Hinsicht hochproblematisch ist.

Erzählt wird die Geschichte von Robert Beckmann, einem ehrenamtlichen Aktivisten der AIDS-Hilfe, der u.a. das Positiven-Café betreut und Präventionsarbeit macht.

Robert fährt zweimal jährlich nach Thailand um dort Urlaub zu machen und dort Sex zu kaufen., weil bezahlter Sex billiger sei als Beziehungen. Prostitution ist für ihn offensichtlich attraktiver (oder bequemer) als One-Night-Stands, die auf gegenseitigem Begehren beruhen.

In dem ganzen Artikel ist die Lebenssituation der Prostituierten in Thailand nur ein Randthema. Weder die Tatsache, dass Thailand ein beliebtes Reiseziel für Pädokriminelle ist, noch, dass existentielle Armut fast immer der Grund ist sich zu prostituieren - für Frauen und Männer (bzw. Mädchen und Jungs) gleichermaßen.

In Thailand gibt es eine alarmierende Zahl von mehr als 800.000 Kinderprostituierten (darunter etwa 200.000 klassische zwangsprostituierte plus diejenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen werden). Der Fotograf Ohm Phanphiroj hat eine schockierende Foto- und Filmdokumentation unter dem Titel Underage mit Betroffenen Jungen erstellt, deren Betrachtung zutiefst erschüttert:

Es gibt auch eine Bildergalerie

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