Freitag, 6. Juni 2014

Eingabe einer australischen indigenen Frau für alle Frauen

Representative flag of Indigenous Australians
(gemeinfrei)

Indigene Völker gehören zu den ausgebeutetsten Völkern der Erde.


Aus diesem Grund gibt es viele Gruppen indigener Frauen, die sich entschieden gegen die Normalisierung und Verherrlichung der Prostitution wenden.

Wir bitten um Unterstützung folgender Petition:


Hier die deutsche Übersetzung.

Im Anschluss findet Ihr, finden Sie weitere Petitionen und Links zum Thema.

Liebe Schwestern, Überlebende und UnterstützerInnen,

ich spreche als Aussteigerin aus der Prostitution und als Enkelin einer Latje-Latje indigenen Frau in Australien. Wie viele von Euch bereits wissen, hat Amnesty International ein Themenpapier entworfen, das die völlige Entkriminalisierung der Prostitution vorschlägt. Amnesty International richtet sich damit aktiv gegen das Nordische Modell, das die Prostituierten vor Strafverfolgung schützt und das die Nachfrage senkt, und befürwortet statt dessen eine Vorgehensweise, die maßgeblich von den Interessen der Sexindustrie und eines bekannten Zuhälters bzw. Bordellbesitzers geleitet sind.

Indigene Völker sind die ausgebeutetsten Völker der Erde.

Die Richtlinie Amnesty Internationals zur Prostitution soll sicherstellen, dass der Kauf und Verkauf von (vor allem) Frauen als unausweichlich und als Beruf wie jeder andere angesehen wird. „Sex worker“ Verbände, die von sich behaupten, dass sie Prostituierten Frauen helfen, bewerben gezielt diese von Amnesty International eingeschlagene Richtung um sicherzustellen, dass auch sie von unserer Versklavung profitieren.

Viele von Euch haben Briefe als Überlebende der Prostitution und als Einzelne geschrieben oder mitunterzeichnet.

Diese Briefe sind unschätzbare Quellen und Unterstützung.

Hier in Australien hat eine kleine und entschiedene Gruppe die Amnesty Gruppen vor Ort gezielt angesprochen. Wir waren damit teilweise erfolgreich und zwei Amnesty Zweige unterstützen jetzt das Nordische Modell während sich einer für die Verschiebung der Entscheidung über die Richtlinie ausgesprochen hat, bis die Aussagen der Aussteigerinnen aus der Prostitution gehört wurden.

Wir werden dies bald der landesweiten Amnesty Versammlung vorlegen und bitten dazu um Eure Unterstützung.

Ich möchte einen Brief vorlegen, der von indigenen Frauen aus der ganzen Welt unterzeichnet wurde.

Prostitution ist nicht unausweichlich. Frauen sind keine Ware.

Ich bitte darum, dass Ihr Euren Name, als Überlebende oder Unterstützerin, unter meinem Namen unter den folgenden Brief setzt. Das landesweite Treffen in Australien wird vom 5.-6. Juli stattfinden, also haben wir nur noch wenig Zeit, um Unterschriften zu sammeln.

Mit aufrichtigem Respekt bitte ich Euch, uns in dieser bedeutenden Zeit des Wandels für Frauen zu Unterstützen.

In Solidarität und als Eure Schwester,

Simone Watson


Brief

 

An das Internationale Sekretariat von Amnesty International und an Salil Shetty, Generalsekretär

 

Wir, die Unterzeichnenden, fordern, dass die Menschenrechtsverletzung, die Amnesty Internationals jetziger Entwurf zur Prostitution unterstützt, rechtfertigt und bewirbt, als solche erkannt wird, wenn dieser Entwurf auf der australischen Amnesty Vollversammlung angenommen wird.


Als indigene Überlebende und UnterstützerInnen unserer indigenen Schwestern weltweit fordern wir voll und ganz, dass Amnesty International in unserem Namen anerkennt,
  • dass Prostitution nicht unausweichlich ist – sondern das Ergebnis von Nachfrage
  • dass Prostitution Gewalt gegen Frauen ist
  • dass Menschenhandel und Prostitution nicht zwei getrennte Geschäftszweige sind, sondern sich gegenseitig befördern und versorgen
  • dass Amnesty Internationals jetziger Entwurf „harm minimization“ – also „Schadensreduzierung“ und die Profite der ZuhälterInnen in den Mittelpunkt stellt anstatt der Verhinderung unserer Ausbeutung und dass dies nicht akzeptiert werden kann
  • dass die völlige Entkriminalisierung und Legalisierung der Prostitution Menschenhandel und weitere Gewalt gegen indigene Frauen und Kinder erhöhen
  • dass durch die Verabschiedung des Entwurfs Amnesty International zusammen mit Kolonisten, Sklavenbesitzern und Menschenrechtsverletzern als schlimmste Missachter der Menschenrechte in die Geschichte eingehen wird
  • dass Amnesty International erkennt und damit unterstützt, dass das Nordische Modell der beste Weg ist, um die immer noch bestehenden Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen als Kaste weltweit zu beenden

Indigene Frauen aus Australien und weltweit weisen die jetzige Politik Amnesty Internationals zurück und fordern, dass wir angehört werden.

Hochachtungsvoll

Simone Watson


Links


URL zur Petition: http://www.change.org/en-AU/petitions/amnesty-wants-to-legalise-pimps-and-punters-johns-this-condones-human-rights-violations

Weitere Petition zur Politik Amnestys: http://www.change.org/petitions/amnesty-international-listen-to-survivors-reject-the-proposal-to-decriminalize-all-aspects-of-prostitution


Überblick über Petitionen zum Thema: http://melindatankardreist.com/tag/change-org/ und https://groups.yahoo.com/neo/groups/GSN/conversations/topics/41705

Kurzer Überblick zum Amnesty Entwurf in deutscher Sprache

 

Amnesty-Vorschlag zur Prostitution umstritten – Frauensicht Schweiz http://www.frauensicht.ch/Artikel/Koerper/Prostitution-Amnesty-Vorschlag-umstritten

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/abolishprostitutionnow
www.abolishprostitutionnow.wordpress.com/tag/amnesty-international/

Indigene Frauen für das Nordische Modell:
Aboriginal Women’s Action Network on Prostitution

Auf Facebook


Aboriginal Women's Action Network on Prostitution:
https://www.facebook.com/pages/Aboriginal-Womens-Action-Network/56634443935?fref=ts

Indigenous Women Against the Sex Industry:
https://www.facebook.com/pages/Indigenous-Women-Against-the-Sex-Industry/402934106468517

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