Donnerstag, 27. November 2014

Maite Mola: „Wenn es keine Prostitution gäbe, gäbe es auch keinen Menschenhandel zu diesem Zweck“

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 Maite Mola, die stellvertretende Vorsitzende der Europäischen Linken (EL), und Altfeministin, nahm am 21. November an einer Debatte im Ateneo in Madrid teil mit dem Titel „Gegen den Handel mit Frauen und Kindern zur sexuellen Ausbeutung und seine Konsequenzen“. Diese ist im Zusammenhang des 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, zu sehen. Sie sprach von Menschenhandel in Europa und malte ein düsteres Bild: In den letzten drei Jahren hat der Menschenhandel in Europa um 28% zugenommen. Und während sich die Zahl der Opfer vervielfacht, hat die Zahl der MenschenhändlerInnen um 17% abgenommen. Der Grund dafür ist, dass der Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung „ein sehr lukratives Geschäft ist“. „In dieses ist die Mafia, respektable PolitikerInnen, bedeutende Bankiers, UnternehmerInnen etc. involviert und sie wollen es nicht beenden, da ihnen einzig der Profit wichtig ist, und nicht die Rücksicht auf die „Waren, die verkauft werden“, erklärte die Repräsentantin der EL auf dieser öffentlichen Veranstaltung.

Die Krise, mit ihrer Austeritätspolitik, zerstört alle Rechte, und sie zerstört auch die Rechte der Frauen. Gleichheitsthemen werden bei Seite geschoben oder zurückgewiesen.

Währenddessen steigen jedes Jahr mehr als vier Millionen Frauen in den Prostitutions“markt“ ein Die meisten von ihnen kommen aus armen Ländern oder Kriegsgebieten. Sie fügte hinzu, dass die ökonomische Krise auch dem „Fleischmarkt“ in Spanien und Griechenland zugeliefert hat.

Sie argumentierte, dass die soziale Verletzlichkeit der Hauptgrund für den Handel mit Menschen ist, und diese rührt aus ökonomischen und sozialen Faktoren wie Armut, Geschlecht, Diskriminierung, bewaffnete Konflikte, häusliche Gewalt, dysfunktionale Familien… „Die internationalen Netzwerke des organisierten Verbrechens profitieren von dieser Verletzlichkeit, die Migration zu erleichtern und die Menschen extrem auszubeuten durch die Verwendung von Macht, Drohungen, Zwang, oder verschiedene Formen der Misshandlung bis hin zu Schuldknechtschaft.“



Mola stellte Erhebungen der UN vor, nach denen zwischen 1990 und 2000 allein in Südostasien 33 Millionen Frauen Opfer von Menschenhandel wurden, das sind drei mal so viele wie der Menschenhandel in vier Jahrzehnten der Sklaverei an Opfern hervorbrachte.

Die stellvertretende Vorsitzende der EL verurteilte die Argumente der Regulierung der Prostitution, wie sie zum Beispiel in Deutschland oder Dänemark existieren, die Prostitution als einen freiwilligen Job wie jeden anderen ansehen. Mola betonte, dass wir es mit einer politischen und nicht einer privaten Angelegenheit zu tun haben, und sie positionierte sich stark für eine Abolition: „Gäbe es keine Prostitution, dann gäbe es auch keinen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung“, erklärte Mola. Sie definierte Menschenhandel als „eine Form, meist männlicher, sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen, die wie ein Objekt behandelt würden, wie ein Artikel, der gekauft und verkauft werden kann.“

Maite Mola sprach sich dafür aus, dass die Regierung und die Europäische Union „alle notwendigen Maßnahmen ergreifen um Prostitution auszumerzen, durch die Modifizierung rechtlicher Rahmenbedingungen wenn nötig, denn Prostitution muss betrachtet werden als die extremste Form von Gewalt gegen Frauen“. Sie brachte außerdem in Erinnerung, dass es gute europäische Direktiven zum Menschenhandel und zur Abschaffung der Sklaverei unserer Zeit gibt, aber dass diese nicht umgesetzt würden.

Artikel im Original erschienen bei der Europäischen Linken: Maite Mola: "If prostitution did not exist there would be no trafficking of persons."
Veröffentlichung der Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Maite Mola

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