Mittwoch, 8. Juni 2016

Tausche Menschenrechtsverletzung gegen Menschenrechtsverletzung: "Den Arbeitssklavinnen im Schlachthof geht's auch schlecht."

Warnung: Klare Sprache zu sexueller Gewalt.


Um Mal einen der Sätze anzubringen, bei denen diejenigen, die sie äußern, tatsächlich denken, sie seien Argumente FÜR das Zulassen von Sexkauf, dem Kauf sexuellen Zugriffs auf vor allem Frauen.
Mal abgesehen davon, dass wohl keine Arbeit der Welt so schlimm und so demütigend ist, wie die, bei der eigenen Vergewaltigung noch lächeln und stöhnen und ermutigen zu müssen - soll dieser Satz jetzt die Arbeitssklaverei auf dem Schlachthof entschuldigen oder die Prostitution?
Das ist mir bei solchen Sätzen nämlich nie ganz klar. Eine Menschenrechtsverletzung wird nicht angesprochen um sie zu skandalisieren und möglichst abzuschaffen, sondern lediglich um eine andere zu relativieren und zu rechtfertigen.

Und die SprecherInnen solcher Sätze kapieren nicht mal, dass sie damit eine Abwärtsspirale unterstützen, die kein Ende finden wird, dass Relativierungen immer in beide Richtungen gehen. Die kommen sich damit auch noch "differenziert" und - der Gipfel! - irgendwie "links" vor.

Dabei zeigen sie NICHTS außer einen bombensicheren Instinkt für ihre eigenen Privilegien und dass die am besten gewahrt werden, wenn Unrecht schön geredet wird, relativiert wird, aufgerechnet wird, und vor allem: Niemand etwas unternehmen muss und bitte auch nicht unternehmen soll, was den bequemen Status Quo für die Privilegierten stören könnte. Solche Leute haben in der Politik nichts verloren, auch wenn sie da so häufig sind.

Und um es klar zu stellen: Ich schreibe dies in voller Solidarität mit den Arbeitssklavinnen auf den Schlachthöfen. Die - im Gegensatz zu Frauen oder anderen in der Prostitution - NOCH (!!!) - wenigstens die Chance haben, dass mal eine Gewerkschaft eingreift.

Bei prostituierten Menschen sind alle Claqueure und Claqueurinnen des Gewerbes, von Brech-Exemplaren auf Freierforen bis Pseudolinken, privilegiengesättigten Grünen, gleichgültigen Konservativen, Möchte-gerne-Feministinnen und ProfiteurInnen gerade massiv damit beschäftigt, jegliches Eingreifen und jegliche Eingreifmöglichkeiten zu verhindern.

Geplüschter Schrott auf Papier, und dann geht's allen gut.

Sollen wir das dann konsequenter Weise auch so auf Schlachthöfe übertragen? Die Arbeitssklavinnen sind doch bestimmt "freiwillig" da?

Würden die Gewerkschaften langsam bitte endlich aufwachen? Oder denkt ihr immer noch, ach ist doch wurscht, sind ja nur ein paar Frauen aus Osteuropa?

Wann merkt ihr, was euch hier vorexerziert wird? Ist die bei uns staatlich garantierte Möglichkeit für Männer, straffrei Frauen gegen ihren Willen zusammenficken zu dürfen, wirklich ein Zusammenstampfen aller Rechte wert? Oder seid ihr wirklich so blöd, dass ihr denkt, dass diese Rechtlosigkeit nicht auch auf euch übertragen werden kann und soll?

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