Dienstag, 9. Dezember 2014

Presseerklärung STOP Sexkauf!

Logo Stop Sexkauf ©
Wir dokumentieren hier die Presseverlautbarung zum Kongress in München.

Vom 5.-7.12.2014 fand der „Internationale Kongress zum Abbau der Prostitution - Stop Sexkauf“ in München statt. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass über die Forderung nach einem Sexkaufverbot nach schwedischem Vorbild öffentlich informiert und diskutiert wurde.

Expertinnen aus Großbritannien, Schweden, Irland, Dänemark, Kanada, Frankreich, Spanien, Norwegen und Belgien waren angereist, um mit ihrer Sachkompetenz Initiativen in Deutschland für ein Sexkaufverbot zu unterstützen. Dazu gehörten u.a. Mary Honeyball, Mitglied des Europäischen Parlaments, Rachel Moran und Tanja Rahm, Aussteigerinnen aus der Prostitution, Detective Inspector Simon Häggström von der Prostitution Unit der schwedischen Polizei, Dr. Muriel Salmona, Psychotraumatologin aus Paris, Gunilla Ekberg, schwedisch-kanadische Juristin, Expertin zu Prostitution und ehemalige Beraterin der schwedischen Regierung. Aus Deutschland referierten u.a. Dr. Dorothee Schlegel, SPD/MdB, Michaela Huber, Psychologin und Traumatherapeutin, Jana Koch-Krawczak, Prostitutionsaussteigerin, Sabine Constabel, Sozialarbeiterin, Helmut Sporer, Kriminalkommissar, Rita Knobl-Ulrich, Journalistin und Filmproduzentin, Prof. Dr. Rahel Gugel, Juristin, Seyran Ateş, Rechtsanwältin, Lea Ackermann, SOLWODI.

Die Vorträge und Diskussionen machten deutlich:
  • Prostitution ist Gewalt gegen Frauen, sie ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte, eine Verletzung der Menschenwürde und mit Art. 1 und 3 des deutschen Grundgesetzes unvereinbar. Deutschland hat die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau zwar unterschrieben, bislang jedoch nicht umgesetzt.
  • Seit der sogenannten Liberalisierung der Prostitution im Jahr 2002 hat sich Deutschland zu einem Eldorado für Sexkäufer aus ganz Europa entwickelt. Die irische Prostitutionsaussteigerin Rachel Moran mahnte: „In der Geschichtsschreibung werdet ihr Deutschen zur Rechenschaft gezogen werden für diese Grausamkeit gegen Frauen.“
Die ReferentInnen und TeilnehmerInnen des Kongresses fordern:
  • Das gegenwärtige Gesetzgebungsverfahren zur Prostitution ist einzufrieren und eine neue Anhörung ist durchzuführen. Bei dieser Anhörung müssen die Forschungsergebnisse zu Bedingungen und Folgen der Prostitution einbezogen werden. Statt wie bisher ausschließlich die Profiteure der Prostitution anzuhören, müssen ExpertInnen beteiligt werden, die die psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen und Auswirkungen der Prostitution kennen.
  • Sexkauf muss gestoppt werden, d.h., Sexkäufer sind zu bestrafen und gesellschaftlich zu ächten. In Schweden hat genau diese Praxis zu einem Rückgang der Prostitution und der damit verbundenen organisierten Kriminalität geführt.
Kontakt: Dr. Anita Heiliger für den Aktionszusammenschluss„Stop Sexkauf"

Keine Kommentare:

Kommentar posten