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Freitag, 27. Februar 2015

Beschimpfungen

Rebecca Mott
Rebecca Mott, Prostitutions-Überlebende, Aktivistin, Abolitionistin, veröffentlichte am 16.02.2015 auf ihrem Blog den Artikel "Name-Calling". Mit ihrer freundlichen Genehmigung erscheint hier eine deutsch-sprachige Übersetzung.

Man könnte meinen als eine ausgestiegene prostituierte Frau bzw. generell als Frau sollte ich Beschimpfungen gewohnt sein. Aber es gibt ein neu erschaffenes Wort, welches Gift verbreitet:

Hurenhass.

Es ist ein Wort ohne Bedeutung, aber es wird benutzt, um AbolitionistInnen zu beschämen und zu erniedrigen.

Es ist falsch, eine solche Sprache gegen all jene zu richten, die mutig für die Menschenrechte der prostituierten kämpfen – aber es in Bezug auf uns, die wir dem Sexhandel entronnen sind, zu benutzen, ist verletzend und zutiefst ignorant.

Ich kann es nicht verstehen, wie es möglich ist, irgendjemanden, dem_der es irgendwie gelungen ist, dem Sexhandel zu entkommen, zu unterstellen, sie_er würde sich vor anderen in dieser Welt fürchten oder sie hassen.

Es geht hierbei um keine Art von Phobie – nein, es geht ganz einfach darum, uns mit dieser Sprache zu beschämen und zum Schweigen zu bringen.

Wir sprechen die Wahrheit aus über eine Macht – und diese Macht möchte mehr als Schweigen, sie möchte, dass unsere Existenz ausgelöscht wird.

Hurenhass ist eng verknüpft mit einem anderen erfundenen Wort – Transphobie, die Angst oder der Hass von Transsexuellen.

Beide Worte werden nicht von der großen Mehrheit der Menschen benutzt, die von sich behaupten, die Communities zu repräsentieren – ich habe noch niemals irgendeine prostituierte Person die Parolen Hure oder Hurenhass ausrufen gehört, das Gleiche gilt für die Mehrheit der Trans-Community.