Posts mit dem Label Bahnhofsviertelnacht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bahnhofsviertelnacht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 14. Juli 2017

Katastrophentourismus – oder endlich Konsequenzen? Brief von Save Rahab an die Stadt Frankfurt.

Abolition 2014 berichtete letztes Jahr auf Deutsch und Englisch über die Bahnhofsviertelnacht in Frankfurt, als Feiernde eingeladen waren, durch die Bordelle zu ziehen und sich ein Bild der dortigen Lage zu machen. Bereits im Vorfeld waren Versuche, über die für diese Nacht gedruckte Broschüre einzelne Bordelle zu bewerben, nach Protesten auch aus dem Stadtrat fehlgeschlagen. Der Blick in die Bordelle offenbarte dann eine Realität, die von den BefürworterInnen und VerharmloserInnen der Sexindustrie lieber vertuscht oder verdrängt wird.

Trotz der Möglichkeiten für eine breitere Öffentlichkeit, sich wirklich ein Bild vom Elend der Prostitution und der Frauen darin zu machen, lehnen wir diese Bordellbesichtigungen ab. Die davon betroffenen und angeschauten Frauen werden dadurch verängstigt und gedemütigt.

Solange aus der Einsicht in ihre Lebensbedingungen keine anderen Konsequenzen gezogen werden oder gezogen werden sollen als die üblichen Reaktionen aus Ankündigungen, Krokodilstränen, Romantisierungen und Ablenkungen, gibt es keinerlei Rechtfertigung für diese Aktionen, und auch sonst rechtfertigt der Zweck nicht die Mittel.

Unter anderem hat sich die Organisation Save Rahab nachhaltig diesem Thema gewidmet und zunächst eine Zusage erreicht, dass diese Öffnungen doch nicht mehr stattfinden sollten. Dies gilt jetzt nicht mehr. Zwar sollen wohl keine Bordelle einfach so „Nächte der Offenen Tür“ anbieten, aber Bordellführungen durch einschlägig bekannte Vereine und Personen inklusive entsprechender Belehrungen zum Thema sollen dann doch gestattet sein. (1) 

Wir zitieren eine Aktivistin: Veräppeln kann ich mich auch selbst.

Wir lehnen jede Form auch indirekter Werbung für Bordelle ab. Davon abgesehen wissen wir durch unsere Kenntnisse der Freierforen sehr genau, dass jede Beschreibung Männer anzieht, die sich an der Situation und dem Elend der Frauen erfreuen (wir nutzen ein höfliches Wort) und sie als besondere Aufforderung zur Ausübung von Gewalt wahrnehmen. Egal, welche putzigen Zettelchen zu Kondomen und Höflichkeit an sie ausgeteilt werden.

Freitag, 9. September 2016

Bahnhofsviertelnacht Frankfurt - Wenn ein Rotlichtbezirk zum Freizeitpark wird

Unter dem Titel "Ein Stadtteil öffnet sich" luden die Stadt Frankfurt und die Tourismus-Congress GmbH der Stadt Frankfurt (die städtische Vermarktungsgesellschaft) dazu ein, dass Frankfurter Bahnhofsviertel kennenzulernen.

Diese „Bahnhofsviertelnacht“ im Frankfurter Bahnhofsviertel, bei welchem es sich auch um das traditionelle Rotlichtviertel handelt, findet seit 2007 alljährlich statt, so auch wieder am 8. September 2016.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) dazu:
"Die Bahnhofsviertelnacht zeigt die kulturelle Vielfalt, die Urbanität und Kreativität, die die Lebensräume im Bahnhofsviertel prägen. Mit den vereinten Kräften der Tourismus-Congress GmbG und des städtischen Presse- und Informationsamts bieten wir Ihnen auch in diesem Jahr einmal mehr die Möglichkeit unser Frankfurter Viertel kennenzulernen."

Das Programmheft ließ schon Schlimmes erahnen, wimmelte es doch von Programmpunkten, die sich auf die Prostitutionsindustrie bezogen.