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Sonntag, 29. Juli 2018

Stigmatisierung, Wertschätzung, Tatsachen – und angemessene Sprache

Gesellschaftlich sind diejenigen stigmatisiert, die in der Prostitution sind. Diese Stigmatisierung der "prostituierten" ist für das Funktionieren der Prostitution als System auch wichtig - ohne diese Ausgrenzung gäbe es keine Prostitution. Der Begriff der „Prostituierten“ trägt dieses Stigma mit sich. Wie also damit umgehen? Eine Sprache, die alle Zusammenhänge verdeckt, kann es ja nicht sein, denn das ist nichts anderes als Beschönigen, Reinwaschen von Gewalt und Propaganda. Sonst übliche Begriffe scheiden selbstredend aus – wie also sprachlich auf diese Probleme reagieren? Wie können wir Tacheles reden ohne verletzend zu sein?

Ende Oktober 2014 wandten sich zusammen mit der Coaltion Against Trafficking in Women und Sanctuary for Families über 300 NGOs und Betroffenenverbände an die Associated Press um ihre Bedenken gegenüber sprachlichen Manipulationen zum Begriff der Prostitutution deutlich zu machen. Lobbyverbände der Sexindustrie wollten den Begriff der Prostitution durch „Sexarbeit“ ersetzen und den der (oder des) Prostituierten durch den Begriff „Sexarbeiter“ oder „Sexarbeiterin.“