Gesellschaftlich sind diejenigen stigmatisiert, die in der Prostitution sind. Diese Stigmatisierung der "prostituierten" ist für das Funktionieren der Prostitution als System auch wichtig - ohne diese Ausgrenzung gäbe es keine Prostitution. Der Begriff der
„Prostituierten“ trägt dieses Stigma mit sich. Wie also damit
umgehen? Eine Sprache, die alle Zusammenhänge verdeckt, kann es ja
nicht sein, denn das ist nichts anderes als Beschönigen, Reinwaschen
von Gewalt und Propaganda. Sonst übliche Begriffe scheiden
selbstredend aus – wie also sprachlich auf diese Probleme
reagieren? Wie können wir Tacheles reden ohne verletzend zu sein?
Ende Oktober 2014
wandten sich zusammen mit der Coaltion Against Trafficking in Women und Sanctuary for Families über 300 NGOs und Betroffenenverbände an die
Associated Press um ihre Bedenken gegenüber sprachlichen Manipulationen zum Begriff der Prostitutution deutlich zu machen.
Lobbyverbände der Sexindustrie wollten den Begriff der Prostitution
durch „Sexarbeit“ ersetzen und den der (oder des) Prostituierten
durch den Begriff „Sexarbeiter“ oder „Sexarbeiterin.“
