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Mittwoch, 6. September 2017

Schadet doch keinem?

„Amüsiermeilen für Erwachsene“ machen Städte für Frauen bedrohlicher. 

Nicole Kalms


(Das Original erschien unter "No harm done? ‘Sexual entertainment districts’ make the city a more threatening place for women" am 09.08.2017. Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Autorin.)


Immer freizügigere Einstellungen zu Sex haben eine größere öffentliche Anerkennung sexueller Vielfalt ermöglicht, aber die Wünsche heterosexueller Männer dominieren nach wie vor die städtischen Landschaften.

Stadtviertel – „Amüsiermeilen“ -  in denen sich Bordelle, Peepshows, Strip Clubs und Sexshops aneinanderdrängen, sind in neoliberalen Städten üblich geworden. Ein genauerer Blick auf diese Stadtteile, die sich vorwiegend in den Wirtschaftszentren älterer Innenstädte und den äußeren Rändern jüngerer Städte finden, zeigt wie fest eingefahren sich geschlechtsspezifische Ungleichheiten im städtischen Raum manifestieren.

Montag, 30. Juni 2014

Prostituiertenlohn und Sicherheit in Schweden am höchsten



Die Einnahmen von prostituierten Frauen in Schweden sind die höchsten in ganz Europa – ganz anders als in anderen Ländern, wo die Preise für „sexuelle Dienste“ durch die vielen migrantischen Prostituierten, die von der Sexindustrie wegen der hohen Nachfrage nach immer neuem "Frischfleisch" herangekarrt werden, kontinuierlich fallen.

Die Realität wird von der Sexindustrie-Lobby verschwiegen: das nordische Modell führt zu höheren Einnahmen als in den Ländern wo Prostitution legalisiert / entkriminalisiert ist. Wie dem schwedischen Bericht des nationalen Rates für Kriminalprävention (BRA) aus dem Jahr 2008 hervorgeht hat „das Gesetz es schwieriger für kriminelle Gruppierungen gemacht in Schweden Fuß zu fassen“, und in Bezug auf die Preise „zu guten Marktbedingungen in Form hoher Preise geführt“.

Die hohen Tarife in Schweden werden durch 2 Artikel aus Frankreich bestätigt:
„Wenn wir uns die wenigen Männerseiten oder Tourist-Sex-Führer anschauen, können wir lesen: „Jungs, um zu ficken geht nach Kopenhagen. In Schweden ist es illegal und die Mädchen sind total überteuert. Ihr findet nichts unter 200 Euro! In Dänemark kostet es nur ein Drittel davon“. Außerdem: Weniger Gewalt, höhere Löhne machen den schwedischen Markt sicherer. Miki Nagata, die sich um eine Prostituierte kümmert, die nun in Schweden arbeitet, nachdem sie in Deutschland als Escort gearbeitet hat, wo Prostitution legal ist, sagt: „Sie fühlt sich hier sicherer, denn sie weiß, sie kann schlechte Kunden der Polizei melden. Das Gesetz verschiebt die Macht zu Gunsten der Frauen“ (Nouvel Observaeur, Stockholm, Laville où le client est invisible (01-12-2013). 

Sonntag, 4. Mai 2014

Sicher arbeiten im Prostitutionsgewerbe - No joke!

Testicle Pull-And-Twist
Testicle Pull-And-Twist by MadAdminSkillz (Flickr)
(CC BY 2.0)
"Das Stigma hat niemals seine Hände um meine Kehle gelegt und versucht mich zu erwürgen. Männer, die Sex kaufen, tun das. Hört auf die Verantwortung abzuschieben." (Rachel Moran, Prostitutions-Überlebende)

Prostitution, ein Beruf wie jeder andere? Sicherlich, in jedem Beruf gibt es bestimmte Dinge, die man tun sollte um sich oder andere nicht unnötig in Gefahr zu bringen, zum Beispiel niemals ohne Sicherheitsschuhe auf die Baustelle oder Handschuhe beim Bäcker. Dazu gibt es sogar häufig ganz konkrete staatliche Auflagen. 

Für die Prostitution gilt das nicht. Wäre es nur eine "sexuelle Dienstleistung" müsste doch zum Beispiel die Verwendung von Kondomen eigentlich selbstverständlich sein, ob zum gegenseitigen Schutz vor Tripper, Syphillis oder HIV/AIDS. 

Einen wertvollen Beitrag, um die Prostitution sicherer zu machen, leistet Sophie, eine Einrichtung der Volkshilfe Wien. Sie haben einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zusammengestellt, wie Frau als Prostituierte "sicher" arbeiten kann. Hier ein paar Highlights:
  • Selbstverteidigungskurs/Deeskalationstraining belegen 
  • Handy so konfigurieren, dass mit einem Tastendruck eine voreingestellte Nummer zu einer Vertrauensperson gewählt werden kann.
  • Arbeiten Sie möglichst nur, wenn es Ihnen gut geht und Sie sich stark fühlen. Sonst können Situationen entstehen, die das Klischee ‘Prostituierte als Opfer’ geradezu heraufbeschwören.
  • Nie dem Gast bei der Begegnung den Rücken zudrehen.
  • Den Gast nur von oben bedienen, um keinesfalls erdrückt werden zu können.
  • In den Räumlichkeiten sollten sich keine schweren oder spitze Gegenstände befinden, die als Waffe eingesetzt werden könnten.
    Alarmknopf im Bordell an Tür und Bett.
  • Machen Sie Ihre Jacke immer ganz auf oder ganz zu – halboffen könnte sie Ihnen über die Schultern gezogen werden und Sie können die Arme nicht mehr bewegen!
  • Eine kleine LED-Taschenlampe immer in der Handtasche haben, die Sie mit ins Badezimmer nehmen. Die meisten Badezimmer haben den Lichtschalter außen, wo Sie keine Kontrolle über ihn haben. Achten Sie darauf, dass der Schlüssel innen auf Ihrer Seite steckt.
Die gesamte Liste kann hier nachgelesen werden - durchlesen und weinen! Solche Vorsichtsmaßnahmen sind also in der legalisierten Prostitution notwendig.

Prostitutionsbefürworter_innen verfolgen den Ansatz der so genannten harm reduction, also der Schadensreduzierung. Das zeigt: Gewalt und Schädigung sind der Prostitution inhärent. Wieso sollte die Gesellschaft einen Beruf verteidigen, bei dem es so gut wie ausgeschlossen ist, ohne Gewalterfahrung wieder rauszukommen? Es ist nicht "das Stigma" das den Betroffenen schadet - es sind die Sexkäufer.