Vorläufige Stellungnahme
zum (SPD)-Papier „Prostitution in Deutschland – Fachliche Betrachtung komplexer Herausforderungen“
Dieses Papier, das zur Vorlage der Beratungen am 14.8. zum weiteren Vorgehen der Koalition in bezug auf die Prostitution vorgesehen und sehr kurzfristig und selektiv zugänglich gemacht worden ist, gibt sich als fachlich, neutral, nicht wertend und komplex diskutierend aus. Das Gegenteil ist der Fall, was empörend ist angesichts des Anspruchs, den die Autorinnen erheben und dem durch eine ungewöhnlich ausführliche Darstellung der Autorinnen Kompetenz und Glaubwürdigkeit vermittelt werden soll.
Dieses ist allein durch einen Blick auf die zitierte Literatur hinfällig, die in großen Teilen eine unreflektierte und unhinterfragte Pro-Prostitutions-Position einnimmt und sich offen auf der Seite der Lobbyistinnen der Prostitution verortet, einer kleinen Gruppe von ProfiteurInnen des Prostitutionsgesetzes, die der explodierten Sexindustrie zu enormen Gewinnen und sich selbst die Absicherung ihrer persönlichen Lebens- und Erwerbssituation mit der Prostitution, vorzugsweise als Dominas, verschafft.
Die Autorinnen des vorgelegten Papiers sind offensichtlich professionell (und ideologisch) dermaßen in der Pro-Prostitutions-Sicht- und Handlungsweise verankert (und verstrickt), dass ihnen gar nicht aufzufallen scheint, dass sie zu keinerlei Distanz und Objektivität (mehr) fähig sind. Das wäre weniger problematisch, wenn nicht ständig der oben angeführte Anspruch behauptet würde. Zum Beispiel werden als Diskussion angekündigte Kapitel nicht allseits informierend, diskutierend und abwägend abgefasst, sondern sind so aufgebaut, dass die Prostitutionskritik nur unverantwortlich verkürzt erwähnt wird (leicht identifizierbar als Nachweis angeblicher Offenheit und Wissenschaftlichkeit). In der Weiterführung der Kapitel wird die Pro-Prostitutions-Position argumentativ als die die einzig richtige und zielführende Perspektive und Haltung scheinbar logisch entwickelt. Diese Strategie ist durchsichtig und prägt das gesamte Papier, das manipuliert und sich damit selbst fachlich und wissenschaftlich disqualifiziert und als politische Beratung kontraindiziert ist.

