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Mittwoch, 6. September 2017

Schadet doch keinem?

„Amüsiermeilen für Erwachsene“ machen Städte für Frauen bedrohlicher. 

Nicole Kalms


(Das Original erschien unter "No harm done? ‘Sexual entertainment districts’ make the city a more threatening place for women" am 09.08.2017. Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Autorin.)


Immer freizügigere Einstellungen zu Sex haben eine größere öffentliche Anerkennung sexueller Vielfalt ermöglicht, aber die Wünsche heterosexueller Männer dominieren nach wie vor die städtischen Landschaften.

Stadtviertel – „Amüsiermeilen“ -  in denen sich Bordelle, Peepshows, Strip Clubs und Sexshops aneinanderdrängen, sind in neoliberalen Städten üblich geworden. Ein genauerer Blick auf diese Stadtteile, die sich vorwiegend in den Wirtschaftszentren älterer Innenstädte und den äußeren Rändern jüngerer Städte finden, zeigt wie fest eingefahren sich geschlechtsspezifische Ungleichheiten im städtischen Raum manifestieren.

Freitag, 9. September 2016

Petition gegen ein Bordell in Kleinblittersdorf

Kleinblitterdorf liegt an der französischen Grenze und einige hoffen jetzt auf gute Profite, da Frankreich sich für ein zeitgemäßes und informiertes Gesetz zum Thema Prostitution und zur Begleitung der betroffenen Frauen (und Männer) entschieden hat.
Der Geschäftsführer des geplanten Bordells bereichert sich schon durch andere entsprechende Ausbeutungsstätten an prostituierten Frauen. Er führt bereits Bordelle an den Grenzen zu Belgien und zu Luxemburg.

Die Menschen in Kleinblittersdorf wollen weder diesen Typen noch seine Kunden.

Die Petition kann hier unterschrieben werden:
 https://www.openpetition.de/petition/online/bordell-in-kleinblittersdorf-nein

Donnerstag, 20. August 2015

NGOs: Beste PR und Meinungsmacher, die Geld (der Sex-Industrie) kaufen kann

Bild zur Verfügung gestellt von
Protest Resources
Der Originaltext "NGOs: the best PR and Spin Doctors that (sex-industry) money can buy" von savy boxer erschien am 6. Oktober 2014 auf dem Blog Thinking Outside The Boxer. Wir veröffentlichen hier eine deutsche Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Hinweis: Alle Menschen, die sich wirklich Gedanken um das Thema Prostitution machen, setzen sich für die Entkriminalisierung der prostituierten (Frauen und Kinder) ein. Die Position, für die dieser Text steht, ist die Kriminalisierung des Kaufes und Handels von und mit Frauen und Kindern als Ware in der „Sex-Industrie“ zur Befriedigung von Männern.

Ich weigere mich, die Verwendung des Begriffes „Sexarbeit“ ohne Anführungszeichen zu verwenden. Worte sind bedeutsam und der Begriff „Sexarbeit“ verschleiert, dass 95% der prostituierten[1] Frauen und Kinder sind. Darüber hinaus impliziert der Begriff, dass Prostitution eine akzeptable Berufswahl für Menschen ist und eine akzeptable Art, den Lebensunterhalt zu bestreiten so wie Hausarbeit oder jede andere körperliche Arbeit auch.

„Die prostituierten [Frauen, Menschen]“ ist ein Begriff, der die Realität der Zustände und Auswirkungen der Industrie tatsächlich widerspiegelt. Viele Überlebende empfinden ihn als den am geeignetsten Begriff. Er wird auch von der Künstlerin Suzzan Blac benutzt, die selbst den Sklavenhandel der Prostitution und Pornographie überlebte.
2012_mind
“Mind fuckers” 2012 von
Suzzan Blac

Der Krieg gegen Frauen: Wenn NGOs die Fackeln von Konzernen weitertragen



Als ich diesen Post über Amnesty Internationals Haltung, Zuhälterei und das Kaufen von Frauenkörpern zu befürworten, schrieb, wurde mir klar, dass viele internationale Organisationen darauf drängen, alle Bereiche von Prostitution – das Verkaufen, Kaufen und Handeln von und mit Frauen und Kindern – zu entkriminalisieren.

Unter dem Vorwand, die Rechte von „SexarbeiterInnen“ zu schützen, bringen sich UNAIDS, UN Women, Human Rights Watch (HRW), die Weltgesundheitsorganisation (WHO), ACLU (American Civil Liberties Union) mit ihrem ganzen Einfluss und politischer Macht für das Thema ein, trotz der beträchtlichen Belege, dass legal nicht sicher bedeutet.

Ich konnte nicht über diese verlogenen Argumente für die Rechte von „SexarbeiterInnen“ hinwegsehen. Alle Recherchen und Fakten zeigen, dass die eigentliche politische Linie, für die sie eintreten, die Lage der prostituierten verschlimmern wird. Ich fragte mich, für wen sich diese Organisationen wirklich einsetzen und für wen sie arbeiten.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Über Konzern-Feminismus und die Inbeschlagnahme der Frauenbewegung

Crosspost Die Störenfriedas 10.05.15

Übersetzung des Artikels "On "corporate feminism" and the appropriation of the women's movement" von Meghan Murphy" mit freundlicher Genehmigung der Autorin. Meghan ist eine der wichtigsten Stimmen des kanadischen Feminismus. Sie erhebt unermüdlich die Stimme gegen die sexistische, klassistische und rassistische Ausbeutung von Frauen in der Sexindustrie. Nach einem Artikel im Playboy und Aufrufen von Männerrechtsaktivisten ist sie derzeit einer hässlichen Kampagne gegen sich ausgesetzt, bei der unter anderem ihr Arbeitgeber Rabble aufgefordert wird sie zu kündigen. Eine Petitition mit dem Titel "We need Meghan Murphy" findet ihr hier

Meghan Murphy
Meghan Murphy
Am Montag schrieb Lisa Wade in Sociological Images, dass Playboy (ihr wisst schon, das Multi-Millionen-Dollar-Porno-Imperium) sich nach AutorInnen umsieht, die der Webseite des Magazins etwas feministische Glaubwürdigkeit einbringen. Während sie immer noch eine Frau aus der wirklichen feministischen Bewegung finden müssen, die sie unterstützt, fanden sie Noah Berlatsky - einen Mann, der mit jeder Frau ein Hühnchen rupfen muss, die sich mit Themen wie Objektifizierung, männlicher Macht und der Sex-Industrie kritisch auseinandersetzt.

Berlatskys Bereitwilligkeit, in meinem Namen Zitate, Überzeugungen und Meinungen zu erfinden, um in seiner eigenen Selbstverliebtheit zu schwelgen und seine gleichzeitige Begabung, Frauen zu objektifizieren, ist bemerkenswert. Er hat, bereits vor dem jüngst erschienenen, zwei Artikel (diesen und diesen) geschrieben, in denen er meine Argumentation vorsätzlich verdrehte oder mindestens unverblümt log, in der Absicht, sich selbst als den wahren Verbündeten der Frauen - mit mir als deren selbstverständlicher Feindin - zu präsentieren. Diese drei Vorfälle sind, und das ist sehr aufschlussreich, die einzigsten drei Male vor dieser Woche, in der ich jemals eine Publikation kontaktieren musste wegen Rufmord oder wegen Miss-Repräsentation meiner Arbeit.

Es überrascht mich natürlich nicht, dass der Playboy diese jüngsten Verleudmungen publiziert. Playboy bewirbt seit langsam die Sexualisierung und Objektifizierung von Frauen als befreiend, und skrupelloses Verhalten gehört zur Geschichte des Magazins (mal abgesehen von dem unübersehbaren Entmenschlichung-von-Frauen-Zeug). Gloria Steinem recherchiertePlayboys Praktiken der Arbeitsausbeutung in den 60ern, viele Frauen, darunter auch Vanessa Williams, Madonna und Marilyn Monroe, die aussagten, dass ihre Nacktfotos ohne ihre Zustimmung veröffentlicht wurden, außerdem weigerte sich das Magazin in den ersten 18 Jahren seines Bestehens, eine Schwarze Frau auf das Cover des Magazins zu bringen. Trotz des Interesses, aus Frauenkörpern Profit zu schlagen, behauptete Hugh Hefner, dass er "bereits Feminist war, bevor es überhaupt so etwas wie Feminismus gegeben habe". (Die Porno-Könige haben sich selbst immer als die wahren Freiheitskämpfer postiert.) Erst seit kurzem allerdings, wird es ihnen von "Feministinnen" abgekauft.