Crosspost Die Störenfriedas 10.05.15
Übersetzung des Artikels "On "corporate feminism" and the appropriation of the women's movement" von Meghan Murphy" mit freundlicher Genehmigung der Autorin. Meghan ist eine der wichtigsten Stimmen des kanadischen Feminismus. Sie erhebt unermüdlich die Stimme gegen die sexistische, klassistische und rassistische Ausbeutung von Frauen in der Sexindustrie. Nach einem Artikel im Playboy und Aufrufen von Männerrechtsaktivisten ist sie derzeit einer hässlichen Kampagne gegen sich ausgesetzt, bei der unter
anderem ihr Arbeitgeber Rabble aufgefordert wird sie zu kündigen. Eine Petitition mit dem Titel "We need Meghan Murphy" findet ihr hier
 |
| Meghan Murphy |
Am Montag schrieb
Lisa Wade in Sociological Images, dass
Playboy
(ihr wisst schon, das Multi-Millionen-Dollar-Porno-Imperium) sich nach
AutorInnen umsieht, die der Webseite des Magazins etwas feministische
Glaubwürdigkeit einbringen. Während sie immer noch eine Frau aus der
wirklichen feministischen Bewegung finden müssen, die sie unterstützt,
fanden sie
Noah Berlatsky
- einen Mann, der mit jeder Frau ein Hühnchen rupfen muss, die sich mit
Themen wie Objektifizierung, männlicher Macht und der Sex-Industrie
kritisch auseinandersetzt.
Berlatskys
Bereitwilligkeit, in meinem Namen Zitate, Überzeugungen und Meinungen zu erfinden,
um in seiner eigenen Selbstverliebtheit zu schwelgen und seine
gleichzeitige Begabung, Frauen zu objektifizieren, ist bemerkenswert. Er
hat, bereits vor dem jüngst erschienenen, zwei Artikel (
diesen und
diesen)
geschrieben, in denen er meine Argumentation vorsätzlich verdrehte oder
mindestens unverblümt log, in der Absicht, sich selbst als
den
wahren Verbündeten der Frauen - mit mir als deren selbstverständlicher
Feindin - zu präsentieren. Diese drei Vorfälle sind, und das ist sehr
aufschlussreich, die einzigsten drei Male vor dieser Woche, in der ich
jemals eine Publikation kontaktieren musste wegen Rufmord oder wegen
Miss-Repräsentation meiner Arbeit.
Es überrascht mich natürlich nicht, dass der
Playboy diese
jüngsten Verleudmungen publiziert.
Playboy bewirbt seit langsam die Sexualisierung und Objektifizierung von Frauen als befreiend, und
skrupelloses Verhalten gehört zur Geschichte des Magazins (mal abgesehen von dem unübersehbaren Entmenschlichung-von-Frauen-Zeug). Gloria Steinem
recherchiertePlayboys Praktiken der Arbeitsausbeutung in den 60ern,
viele Frauen,
darunter auch Vanessa Williams, Madonna und Marilyn Monroe, die
aussagten, dass ihre Nacktfotos ohne ihre Zustimmung veröffentlicht
wurden, außerdem weigerte sich das Magazin in den ersten 18 Jahren
seines Bestehens, eine Schwarze Frau auf das Cover des Magazins zu
bringen. Trotz des Interesses, aus Frauenkörpern Profit zu schlagen,
behauptete Hugh Hefner,
dass er "bereits Feminist war, bevor es überhaupt so etwas wie
Feminismus gegeben habe". (Die Porno-Könige haben sich selbst immer als
die wahren Freiheitskämpfer postiert.) Erst seit kurzem allerdings, wird es ihnen von "Feministinnen" abgekauft.