Teil 1 einer Reihe zur Beleuchtung gängiger Mythen über das Nordische Modell
Die
gängige Behauptung:
Prostitution in Schweden und Norwegen ist nicht zurückgegangen, sie hat sich nur räumlich
verlagert
Factcheck Schweden
In Schweden wurde das Sexkaufverbot 1999 eingeführt.
2008 - 2010 gab es eine Sonderuntersuchung unter Leitung von
Justizkanzlerin Anna Skarhed über die Wirkung des Sexkaufverbots.
Hierfür
wurden als ExpertInnen Polizei und Strafverfolgungsdienste,
SozialarbeiterInnen, Organisationen der Zivilgesellschaft und Hilfsorganisationen,
BehördenmitarbeiterInnen und andere befragt.
Der Abschlussbericht („Utvärdering av förbudet mot köp av sexuell tjänst“) kam zu
folgendem Ergebnis:
- Die Anzahl der in der
Straßenprostitution tätigen Individuen hat sich seit 1999 halbiert.
- In den Nachbarländern Dänemark und
Norwegen sind dreimal so viele Individuen in der Straßenprostitution tätig.
- Bedenken, die Prostitution könne sich in
andere Bereiche verlagern, haben sich nicht bestätigt
- Prostitution über das Internet hat in
Schweden, wie in anderen Ländern auch, zugenommen. Dies ist nicht auf das Gesetz
zurückzuführen, sondern auf Veränderungen im Bereich der Computer-Technologien
- Die Anzahl der Individuen, die im
Internet für Prostitution beworben werden, ist in vergleichbaren Nachbarländern
wie Dänemark oder Norwegen sehr viel höher
- Es gibt keine Zunahme an
Wohnungsprostitution oder eine Verlagerung in einen „Untergrund´"
- Eine Zunahme der Prostitution wie in den schwedischen Nachbarländern ist für
Schweden nicht feststellbar
-
2008 gaben 7,8% der schwedischen Männer an
jemanden zum Zweck der Prostitution bezahlt zu haben, verglichen mit 13,6% vor
der Gesetzgebung
2014 erschien ein Bericht herausgegeben vom
Nationalen Gesundheits- und Wohlfahrtsamt („Prostitutionen
i Sverige 2014: En omfattningskartläggning“), der sich auf Umfang und
Ausmaß der Prostitution in Schweden konzentrierte. Dieser wurde wegen seiner
Methodik heftig kritisiert. Daraufhin wurde eine neue Kartographie beauftragt.

