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Mittwoch, 8. Juni 2016

Tausche Menschenrechtsverletzung gegen Menschenrechtsverletzung: "Den Arbeitssklavinnen im Schlachthof geht's auch schlecht."

Warnung: Klare Sprache zu sexueller Gewalt.


Um Mal einen der Sätze anzubringen, bei denen diejenigen, die sie äußern, tatsächlich denken, sie seien Argumente FÜR das Zulassen von Sexkauf, dem Kauf sexuellen Zugriffs auf vor allem Frauen.
Mal abgesehen davon, dass wohl keine Arbeit der Welt so schlimm und so demütigend ist, wie die, bei der eigenen Vergewaltigung noch lächeln und stöhnen und ermutigen zu müssen - soll dieser Satz jetzt die Arbeitssklaverei auf dem Schlachthof entschuldigen oder die Prostitution?
Das ist mir bei solchen Sätzen nämlich nie ganz klar. Eine Menschenrechtsverletzung wird nicht angesprochen um sie zu skandalisieren und möglichst abzuschaffen, sondern lediglich um eine andere zu relativieren und zu rechtfertigen.

Freitag, 11. Juli 2014

"Einfach hinklatschen"

Abhörstation Teufelsberg
abbilder - Abhörstation Teufelsberg (Flickr)
[CC BY 2.0]
Wir veröffentlichen in den nächsten Tagen drei Artikel über abgehörte Telefonate von Menschenhändlern. Veröffentlicht wurden sie von Florian Klenk im Jahr 2005 im Wiener "Falter". Freundlicherweise hat er uns das Crossposting genehmigt. Dieser Artikel erschien zuerst hier.

Erst drohen sie, ihnen die Beine zu brechen, dann vermitteln sie minderjährige Mädchen als "Penthouse Pets" an Staranwälte, Manager und Diplomaten. Ein Lauschangriff auf eine noble Wiener Begleitagentur zeigt, wie osteuropäische Mädchen in die Betten betuchter Herren geliefert werden.


Der prominente US-Anwalt zum Beispiel. Beklagte tagsüber vor Journalisten und Politikern das Unrecht dieser Welt. Abends ließ er sich und seinem prominenten Mandanten ein paar Mädchen ins Intercontinental liefern. An die Zimmertür klopft Inga. Schülerin aus Litauen, 17 Jahre alt.

Oder der Mann von McKinsey. Er rief an, weil er eine „süße, kleine Stute“ suchte. Um „einfach Spaß zu haben und einfach mal hinzuklatschen“, wie er es nennt.

Ein Uniprofessor aus den USA meldete sich, weil er eine „Jungfrau“ in Anwesenheit ihrer Schwester „richtig durchficken“ wollte. 15 Jahre sollte sie alt sein. 4000 Euro würde er dafür bezahlen.

Ein Mitarbeiter der saudiarabischen Botschaft in Wien begehrte eine 19-jährige Jungfrau zu „buchen“. „Die hab ich zum Versteigern unten“, bedauerte der Mann am anderen Ende der Leitung. Unten, in den Emiraten.

Ein Geschäftsmann aus Paris erkundigt sich nach der kleinen Laura und erfährt: „Die hat einen Makel, das sage ich gleich dazu, sie hat noch bis September eine Zahnspange.“

Abends ein Anruf aus der Parlamentsdirektion: „Wie ist denn die Julia so vom Charakter? Macht sie auch Vollendung in den Mund?“

Ein PR-Berater aus der Innenstadt stellt sich am Telefon als „brutale Sau“ vor und will einem siebzehnjährigen „Ferkilein“ einmal alle „Löcher stopfen“. Bekommt er.

„Die freut sich, sie muss nämlich eine Meniskusoperation machen und braucht 500 Euro“, sagt der Frauenhändler.

„Oh je! Da muss sie aber viel pudern“, antwortet der Werbemann und sagt: „Ich hab schon einen Steifen.“

Ein prominenter Wiener Anwalt drängt: „Ich brauche drei Mädels. Zum Schmusen und Arschficken.“

Ein Mitarbeiter der „Begleitagentur“ freut sich später am Telefon übers gute Geschäft: „Ich bin ausgebucht heute. Die Anwälte ficken! Die Anwälte und die Staatsanwälte!“

Sein Gesprächspartner sagt: „Die hast du alle auf deiner Seite.“

Diese Gespräche wurden im Rahmen eines Lauschangriffes auf eine noble Wiener Begleitagentur geführt. Die Polizei zeichnete die Telefonate auf. Die Protokolle sind von öffentlichem Interesse – nicht deshalb, weil vornehme Männer Prostituierte in Anspruch nehmen. Sondern weil sie Einblick in die Abgründe eines Wiener Frauenhändlerringes geben. Sie zeigen die Nöte osteuropäischer Frauen, aber auch minderjähriger Schülerinnen, die auf der Webpage dieses Mariahilfer Callgirlrings als „genuine Fashion Models“, als „Penthouse Pets“ oder „Beauty Queens“ angeboten werden. Wiens „High Class Gentlemen“ konnten Minderjährige um ein paar hundert Euro buchen, von einem Chauffeur zustellen und nach einer Nacht wieder abholen lassen. Sie wussten offenbar auch von den Zwangslagen der Frauen. Der Lauschangriff auf die gehobene Wiener Rotlichtszene gab der Justiz Einblicke, wie Frauenhandel heute funktioniert. Betuchte „Kunden“ bestellen übers Internet, nach genau bestimmten Tarifen und „Aktionspreisen“. Sie dürfen Mädchen in bestimmter Kleidung und Unterwäsche ordern, sie legen am Telefon Wert darauf, dass sie nicht wie „billige Prostituierte erscheinen“ und dass sie „zu intelligenter Konversation fähig“ sind. Es werden Mädchen zugestellt, „die wirklich küssen“, und solche, die „das nicht so schmuddelig angehen, wie Billigrussinnen“. Der Markt habe sich verändert, sagt ein Wiener Frauenhändler, „nichts ist unmöglich. Das Internet beflügelt die Fantasie unserer Klienten, und wir erfüllen jeden Wunsch.“

Dienstag, 8. Juli 2014

Aufruhr bitte nur bei Tieren

Goats
Klearchos Kapoutsis - Goats (Flickr)
[CC BY 2.0]
Bei Tieren sind manche Menschen schnell auf den Barrikaden – aber bei Frauen? Dieses vielsagende Gespräch dürfen wir mit freundlicher Genehmigung von Bloggerin Lesbomatin hier crossposten.

Was Ziegen mit Prostitution zu tun haben


Mit einer Freundin heiß über das Prostitutionsthema diskutiert. Sie hatte die ganze Zeit die Position, man sollte doch Frauen, die sich wünschen als Prostituierte zu arbeiten nicht bewerten oder beschränken, das wäre doch deren gutes Recht. Ja ja, die Zwangsprostitution, die muss man verbieten, aber die “freiwillige” Prostitution, die wäre ja in Ordnung.

Übrigens sass ihr Cousin daneben, der gerade mit seinem Chef in Thailand war und erzählte, wie beschissen er sich gefühlt hatte, von Prostituierten umzingelt und vom Chef zum Prostitutionskonsum gedrängt worden zu sein. Die Prostituierten haben ihm in einer Bar ungefragt ans Geschlechtsteil gegriffen und er musste das immer wieder unterbinden. Aber das nur nebenbei.

Nach zwei Stunden der Debatte wurde es mir zu bunt und ich sagte zu meiner Freundin: “Mathilda, morgen binde ich hier 10 Ziegen an die Straße, die man für 10 Euro ficken darf. Du wärst die Erste, die eine Demo gegen diese Tierquälerei organisieren würde.” Ihr glaubt es nicht, bei den Ziegen sah sie sofort ein, dass Prostitution Scheiße ist. Kein Witz.

 

Mittwoch, 11. Juni 2014

Prostitution: Mitglieder des Europäischen Parlaments an die französische Regierung

„Übernehmen wir endlich in Europa, wie in Frankreich, eine großangelegte Politik der Abolition zu Prostitution und Menschenhandel!“

2007 07 16 parlament europejski bruksela 21
By Alina Zienowicz Ala z (Own work)
[GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0],
via Wikimedia Commons
Am 22. Mai 2014 in Englisch auf Ressources Prostitution veröffentlicht, über Les Noevelles News – OP-ED (Französisches Original hier)

Von Nicole Kiil-Nielsen (EELV – Greens GER); Sophie Auconie (UDI – EVP); Jean-Luc Mélenchon (Front de Gauche – GUE/NGL ); Pervenche Berès (PS – S&D). Mit der Unterstützung von Mikael Gustafsson (GUE– Sweden)


Französische Mitglieder des Europäischen Parlamentes, am 26. Februar 2014 haben wir eine Resolution zu „Prostitution, sexuelle Ausbeutung und ihre Auswirkungen auf die Gleichheit der Geschlechter“ unterstützt und zur Verabschiedung gebracht. Wir sind stolz und zuversichtlich, dass diese Resolution als Fortschritt in die europäische Geschichte eingehen wird.

Erstens, weil das Europäische Parlament durch seine Bezeichnung der Prostitution und ihrer inhärenten Ausbeutung als „Menschenrechtsverletzung im Widerspruch zu der Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ und als Hindernis zur Gleichstellung von Frauen und Männern ein sehr starkes politisches Signal an diejenigen Mitgliedsstaaten schickt, in denen offenbar deutliche Meinungsverschiedenheiten herrschen.

Zweitens, weil diese Resolution helfen kann, den 15-jährigen Kreislauf liberaler Zuhälterei mit zu beenden. Es ist genau in der Mitte der Europäischen Union, dass Länder wie Deutschland und die Niederlande die legale Ausbeutung des Körpers von Frauen unter dem Namen der Anerkennung von „Sexarbeit“ theoretisiert und umgesetzt haben und Zuhälterei entkriminalisiert haben, indem sie aus Zuhältern „Geschäftsleute und Investoren im Sexgewerbe“ machten. Zehn Jahre nach Einführung dieser Gesetze, sind die Ergebnisse eindeutig: Die Zuhälter und ihre internationalen Menschenhandelsnetzwerke sind unter der Legalisierung des „Sexmarktes“ wohl gediehen und dies auf Kosten der prostituierten Menschen, die immer jünger sind, immer gefährdeter sind und aus weniger entwickelten Drittstaaten stammen.

Freitag, 6. Juni 2014

Eingabe einer australischen indigenen Frau für alle Frauen

Representative flag of Indigenous Australians
(gemeinfrei)

Indigene Völker gehören zu den ausgebeutetsten Völkern der Erde.


Aus diesem Grund gibt es viele Gruppen indigener Frauen, die sich entschieden gegen die Normalisierung und Verherrlichung der Prostitution wenden.

Wir bitten um Unterstützung folgender Petition:


Hier die deutsche Übersetzung.

Im Anschluss findet Ihr, finden Sie weitere Petitionen und Links zum Thema.

Liebe Schwestern, Überlebende und UnterstützerInnen,

ich spreche als Aussteigerin aus der Prostitution und als Enkelin einer Latje-Latje indigenen Frau in Australien. Wie viele von Euch bereits wissen, hat Amnesty International ein Themenpapier entworfen, das die völlige Entkriminalisierung der Prostitution vorschlägt. Amnesty International richtet sich damit aktiv gegen das Nordische Modell, das die Prostituierten vor Strafverfolgung schützt und das die Nachfrage senkt, und befürwortet statt dessen eine Vorgehensweise, die maßgeblich von den Interessen der Sexindustrie und eines bekannten Zuhälters bzw. Bordellbesitzers geleitet sind.

Indigene Völker sind die ausgebeutetsten Völker der Erde.

Die Richtlinie Amnesty Internationals zur Prostitution soll sicherstellen, dass der Kauf und Verkauf von (vor allem) Frauen als unausweichlich und als Beruf wie jeder andere angesehen wird. „Sex worker“ Verbände, die von sich behaupten, dass sie Prostituierten Frauen helfen, bewerben gezielt diese von Amnesty International eingeschlagene Richtung um sicherzustellen, dass auch sie von unserer Versklavung profitieren.

Viele von Euch haben Briefe als Überlebende der Prostitution und als Einzelne geschrieben oder mitunterzeichnet.

Diese Briefe sind unschätzbare Quellen und Unterstützung.

Hier in Australien hat eine kleine und entschiedene Gruppe die Amnesty Gruppen vor Ort gezielt angesprochen. Wir waren damit teilweise erfolgreich und zwei Amnesty Zweige unterstützen jetzt das Nordische Modell während sich einer für die Verschiebung der Entscheidung über die Richtlinie ausgesprochen hat, bis die Aussagen der Aussteigerinnen aus der Prostitution gehört wurden.

Wir werden dies bald der landesweiten Amnesty Versammlung vorlegen und bitten dazu um Eure Unterstützung.

Ich möchte einen Brief vorlegen, der von indigenen Frauen aus der ganzen Welt unterzeichnet wurde.

Prostitution ist nicht unausweichlich. Frauen sind keine Ware.

Ich bitte darum, dass Ihr Euren Name, als Überlebende oder Unterstützerin, unter meinem Namen unter den folgenden Brief setzt. Das landesweite Treffen in Australien wird vom 5.-6. Juli stattfinden, also haben wir nur noch wenig Zeit, um Unterschriften zu sammeln.

Mit aufrichtigem Respekt bitte ich Euch, uns in dieser bedeutenden Zeit des Wandels für Frauen zu Unterstützen.

In Solidarität und als Eure Schwester,

Simone Watson

Freitag, 9. Mai 2014

10 Gründe, warum legale Prostitution falsch ist

Prostitute tj
von Tomas Castelazo (Eigenes Werk)
[CC-BY-SA-3.0 oder GFDL],
via Wikimedia Commons
Prostitution ist, so heißt es, das älteste Gewerbe der Welt. Von heiligen Tempelhuren ist die Rede, die Männern zu Ehren der Götter zu Dienste waren und in allen Völkern der Welt soll es sie gegeben haben, Frauen, die ihren Körper gegen Geld verkauft haben. Eine Gesellschaft ohne Prostitution, so lautet eines der Argumente für die Prostitution, würde alsbald im Chaos der Vergewaltiger und Triebtäter versinken, weil die Männer gar nicht mehr wüssten, wohin mit all ihrem aufgestauten Gelüsten. Anhängern dieser Theorien ist entgegen zu halten, dass es ein sehr abwertendes Männerbild ist, dass sie da vertreten, wenn sie davon ausgehen, dass aus jedem Mann ein triebgesteuerter Verbrecher würde, wenn er nicht länger die Gelegenheit hätte, sich Frauen zu kaufen und zum anderen stimmt auch das Gerede vom ältesten Gewerbe der Welt nicht. Es gab in der Geschichte der Menschheit sehr wohl Kulturen, die sehr gut ohne Prostitution auskamen – die Indianer Nordamerikas zum Beispiel. Sie lernten Prostitution erst durch die Kolonialisierung kennen. Bezeichnenderweise pflegen diese Kulturen bis heute ein respektvolles und gleichberechtigtes Frauenbild. In der durch die von der Zeitschrift EMMA angestoßene Debatte, Prostitution wieder unter Strafe zu stellen, sind eine Reihe von Argumenten aufgetaucht, bei denen es sich lohnt, sich diese genauer anzusehen. Im Folgenden sollen die Gründe, warum legale Prostitution mit einer freien, gleichberechtigten und gerechten Gesellschaft nicht vereinbar ist, aufgelistet und dargestellt werden.

1. Prostitution ist niemals freiwillig
In Deutschland arbeiten schätzungsweise 500.000 Prostituierte. Die meisten von ihnen, etwa 90 Prozent kommen aus dem Ausland, aus den sogenannten Armenhäusern Europas, also Ungarn und Rumänien. Teilweise werden sie unter falschen Versprechungen hierher gelockt, weil man ihnen erzählt, sie könnten hier als Kellnerinnen arbeiten, teilweise kommen sie aber auch im vollen Bewusstsein dessen, was sie hier erwartet. Das Geld, das sie hier verdienen, wird ihnen von ihren Zuhältern abgenommen. Sie selbst behalten nur einen Bruchteil. Ihre Zuhälter erklären ihnen, dass sie Schulden bei ihnen haben, die sie zunächst abarbeiten müssen. Da die Mehrzahl von ihnen illegal im Land ist, trauen sich die wenigsten, sich dagegen zu wehren. Aber auch die Frauen, die nicht unter diesen Umständen anschaffen, erklären nicht als Teenager auf einmal: “Ich möchte gerne Hure werden”, so wie andere Mädchen gerne Prinzessin oder Tierärztin werden möchten. Sie rutschen in diese Umstände hinein. Häufig werden sie von sogenannten “Loverboys” angeworben, die sich zunächst als ihre Freunde ausgeben und sie dann Stück für Stück in die Prostitution einführen. Studien zeigen außerdem, dass 90 Prozent aller Prostituierten bereits in ihrer Kindheit Missbrauchserfahrungen gemacht haben. Die Prostitution ist für sie häufig ein Weg, mit den Erfahrungen umzugehen, weil sie zum ersten Mal etwas “wert” sind. Darüber hinaus ist es oft die bittere Armut die Frauen in die Prostitution treibt: Eine fehlende Ausbildung, Kinder, die ernährt werden müssen, ein Kredit der nicht bezahlt werden kann und schon rutschen sie in das System Prostitution und kommen nicht mehr heraus. Eine Frau, die sich aus Armut prostituiert, prostituiert sich nicht freiwillig. Wenn eine Frau dieser Tätigkeit aus Spaß am Sex nachgehen möchte, dann müsste sie dafür kein Geld nehmen oder es nicht mit zehn Freiern am Tag machen, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Sobald dahinter ein finanzieller Zwang steht, ist es keine Freiwilligkeit mehr. Wie freiwillig diese Frauen ihren Job machen, zeigt im Übrigen die Antwort auf die Frage, ob sie wollten, dass ihre eigenen Kinder den gleichen Berufsweg einschlagen: Nein, niemals!

Sonntag, 20. April 2014

Öffentliches Statement an Amnesty International

Zum öffentlichen Statement an Amnesty bei Space International.

Anmesty International Protest-Plakat, Protest Resources

Aufruf von SPACE INTERNATIONAL – Survivors of Prostitution-Abuse Calling for Enlightenment

Wir, die Mitglieder von SPACE International, widersprechen entschieden der Positionierung von Amnesty International (AI) zu Prostitution. Amnestys kürzlich veröffentlichtes Dokument (1), das behauptet, die Ausbeutung der Prostitution sei eine Angelegenheit von Autonomie und selbstbestimmter Wahl, verdient nichts geringeres als unsere öffentliche Verurteilung als Verrat an den Rechten von Frauen. Darüber hinaus handelt es sich um eine politische Position, die nur eingenommen werden kann, wenn man bereit ist, die realen Situationen zu übergehen, die dazu führen, dass Frauen und Mädchen überhaupt in der Prostitution landen.

Prostitution ist ein Geschäft, das vom absoluten Mangel an Autonomie und selbstbestimmter Wahl lebt und Amnestys Bezeichnung davon als „frei gewählte bezahlte Arbeit“, als „freely chosen gainful work“ übersieht absichtlich und explizit die Tatsache, dass nichts an kommerzialisierter Ausbeutung frei gewählt wird. Wir wenden uns jeder Beziehung gegen die Aussage und den Ton dieses Dokuments, angefangen mit der Überschrift, in der Prostituton als „Sexarbeit“ dargestellt wird, wodurch das, was Prostitution grundsätzlich ausmacht, verdeckt wird. Prostitution ist Misshandlung und ausbeuterische sexuelle Gewalt gegen Menschen, fast immer Zahl Frauen und Mädchen, die durch andere Menschen, üblicherweise erwachsene Männer, ausgeführt wird; Männer die sich im Vergleich zu denjenigen, die sie zur sexuellen Benutzung und Misshandlung kaufen, in einer Position sozialer, rassistischer und finanzieller Privilegierung befinden.