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Freitag, 3. April 2020

Corona, Gewalt, Prostitution – Deutschland. Oder: Rettungsschirm für geschlossene Bordelle!


Es gibt keine Krise oder Katastrophe, die nicht noch verschlimmert werden könnte, und in Deutschland gibt es keine Brutalität, aus der nicht noch findige Menschen Profit schlagen wollen. Vermutlich ist das überall so. Aber in Deutschland gibt es so dermaßen gehirngewaschene Menschen, dass ihnen dies in aller Naivität naheliegend, ja wünschenswert, zumindest doch völlig normal erscheint. Und es ist ja auch naheliegend. Es ist „normal“. Es ist gesellschaftliche Praxis.  


In einer atemberaubenden Präzision finden wir diesen Ansatz prägnant zusammengefasst in einer hübschen Frage:

können von Gewalt betroffene Frauen vorübergehend in geschlossenen Bordellen untergebracht werden …?


Das ist kein Scherz und keine Satire, trotz der abgrundtief bitteren Ironie darin, trotz einer Haltung, deren eigene Bloßstellung nur noch durch die Verhöhnung der gemeinten Frauen, aller Frauen und unserer Gesellschaft übertroffen wird. Wobei die Gesellschaft insgesamt das verdient hat.

Vielleicht ist daher die Überschrift mit dem Rettungsschirm die beste.

Konkret geht es um das Bundesfamilienministerium, um das Statement der Frauenpolitischen Sprecherinnen der Bundesgrünen und um ein Statement des BSD, des Bordellbetreibendenverbands in Deutschland. Im Einzelnen und der Reihe nach geht es um eine inzwischen offenbar zurückgezogene Idee einzelner aus dem Bundesfamilienministerium und aus dem Berliner Senat, die zu erwartenden Engpässe bei der Unterbringung von Frauen, die in ihren Beziehungen Männergewalt ausgesetzt sind, mit „pragmatischen und unkonventionellen Lösungen“ aufzufangen, und offenbar gehörte hierbei vorübergehend der Gedanke dazu, die geschlossenen Bordelle zu nutzen.