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| Shero Tanja Rahm |
Ich war sehr privilegiert, ein 20-jähriges Mädchen, das sich für
die Prostitution entscheidet, wisst ihr, niemand hat mich gezwungen,
ich hatte keinen Zuhälter, ich nahm keine Drogen und es war meine
Entscheidung, meine ganz alleine.
Ich habe heute nicht vor, über freie Wahl zu sprechen, aber hätte
ich es gemacht, dann hätte ich euch meine Geschichte erzählt, die
Geschichte meiner Kindheit und euch hinterher gefragt, ob ihr immer
noch an freie Wahl glaubt. Aber, darüber möchte ich hier heute
nicht sprechen.
Worüber ich sprechen möchte, ist die Gewalt in der Prostitution.
Ich glaubte, dass ich sowas wie eine Edel-Hure war, ich war nicht auf
den Straßen, nahm keine Drogen, stattdessen arbeitete ich in
Edel-Bordellen und als Escort. Aufgrund dieser Umstände habe ich
mich nicht als Opfer gesehen. Solange nicht, bis ich Depressionen,
Ängste bekam, mich nicht mehr raus traute und dann anfing, Drogen zu
nehmen, alles, das mir half, auszuhalten, eine Prostituierte zu sein.
Ich war nie depressiv gewesen oder hatte irgendwelche Arten von
Ängsten, bevor ich in die Prostitution kam. Stattdessen entstanden
die Depressionen, Ängste und die Kokain-Abhängigkeit aufgrund der
Erfahrungen in der Prostitution.
