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Sonntag, 10. August 2014

Amnesty International und der Kampf für die Menschenrechte

– für das Recht, Sex zu verkaufen und zu kaufen.

 

 
Protestplakat gegen Amnesty International:
"Schützt den männlichen Orgasmus?!"

Original von Savy Boxer (@angryboxer bei Twitter), auf http://thinkoutsidetheboxer.wordpress.com/2014/07/21/amnesty-international-defend-les-droits-de-lhomme-celui-sacheter-du-sexe/. Vielen Dank!

Kürzlich erklärte Amnesty International in einem internen Dokument, das sehr schnell an die Öffentlichkeit gelangte, dass AI sich als Vertreter des Freierrechts auf Sexkauf versteht. Dabei handelt es sich keineswegs um einen harmlosen Entwurf. Es handelt sich um ein internes Grundsatzpapier, bei dem es darum geht, über die weltweite strategische Position Amnestys zum Thema Prostitution zu entscheiden.

Dies ist so ernst, dass der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter diese Politik ineinem offenen Brief verurteilte, da dieser Ansatz die jahrelangen Fortschritte im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung zerstört, während sich Amnesty Schweden und Amnesty Australien [sowie Amnesty Israel] öffentlich von dieser Politik distanzierten.

Das Dokument erklärt unter anderem, dass jede Kriminalisierung von Freiern ein Angriff auf das Privatleben und die freien Entscheidungen des Einzelnen ist und vor allem erklärt es den Zugang zur Prostitution zum grundlegenden Menschenrecht.

Genau dies.

Dass Amnesty, eine anerkannte Organisation, die sich für die Rechte politischer Gefangener einsetzt, die gegen Zwangsehen, gegen Massenexekutionen und Ähnliches kämpft, jetzt für das Recht von Männern eintritt, sich ihnen unterlegene Menschen zu leisten, wirkt ekelhaft, eiskalt und unverständlich. In Frankreich, wo sich der Senat gerade weigert, die Kriminalisierung von Freiern zu bestätigen, ist es entscheidend, diese Empfehlungen zu analysieren und die Auswirkungen einer solchen Politik zu verstehen, vor allem wenn sie von einer Organisation mit einer solchen Reichweite vertreten werden, die Vertrauen und Bewunderung erweckt.

Ob nun aus abolitionistischer, prohibitionistischer oder legalisierender Sicht – ob wir die Kriminalisierung des Sexkaufs wollen, ein völliges Verbot der Prostitution oder ihre Legalisierung … ob nun das Recht auf freie Entscheidung zur Prostitution verteidigt verteidgt wird durch die Weigerung, die prostituierten Menschen zu „viktimisieren“ – können wir es hinnehmen, dass eine so anerkannte Organisation das „Recht“ der Freier und der Zuhälter verteidigt?

12 Punkte zeigen uns, dass:
  1. Amnesty bewusst die völlig verschiedenen Interessen der prostiuierten Frauen und der Freier vermischt,
  2. Amnesty den Umfang des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verleugnet,
  3. Amnesty Untersuchungen über Prostitution ignoriert um sie uns als freie, autonome und legitime Entscheidung aufzudrängen,
  4. Amnesty die Legalisierung befürwortet – obwohl sie Deutschland zum Bordel Europas gemacht hat,
  5. Amnesty findet, dass es die Übernahme eigener Verantwortung ist, wenn sich Menschen, die von 2,5 $ am Tag leben, für die Prostitution entscheiden,
  6. und 
  7. Amnesty uns die Sexarbeit als Lustparty verkauft,
  8. Amnesty alle Arten von Pornos im Namen der Meinungs- und Pressefreiheit als Kunst verteidigt,
  9. Amnesty Zuhälterei als eine Form der „Unterstützung“ verteidigt,
  10. Amnesty das Recht auf Prostitution als neues Menschenrecht darstellt,
  11. Amnesty über den Inhalt der von Amnesty zitierten internationalen Texte und Verträge lügt,
  12. Amnesty uns daran erinnert, dass – #notallmen – nicht verallgemeinert werden darf.
Wollen Sie (abschließend) eventuell wissen, warum Amnesty diese Politik verfolgt? Eine mehr als überraschende Antwort …